Am 3. Mai stellte die AG Asylsuchende Pirna gemeinsam mit der Dresdner Faninitiative 1953international die Einlaufkinder zum Spiel SG Dynamo Dresden gegen den SV Paderborn. Nach einer emotionsgeladenen Partie gewannen die Dresdner das Spiel 2:1. Glück gebracht haben da sicher auch die 11 Flüchtlingskinder, die das Team zum Einlauf begleitet hatten.

Im vergangenen Dezember hatte die antirassistische Faninitiative 1953international das erste Mal Asylsuchende aus Dresden und dem Umland zum Besuch eines Heimspiels der SGD eingeladen.

Kontakte wurden über die AG Asylsuchende Pirna vermittelt. Seitdem besucht die Faninitiative jedes Heimspiel gemeinsam mit Asylsuchenden. Die Einlaufkinder zum Paderborn-Spiel zu stellen, war schon lange als große Aktion geplant. Parallel erschien im Stadionheft „Kreisel“ ein Artikel zu den Hintergründen der Fanfreundschaft mit den Asylsuchenden und zu deren Lebensbedingungen in Sachsen. „Sachsen ist leider eines der Länder, in dem Flüchtlinge in ihrem Leben sehr stark eingeschränkt werden“, erklärt Laura von der AG Asylsuchende. Diese zu verbessern hat sich die AG zum Ziel gemacht. Auch deshalb kooperiert sie mit den Dynamo-Fans.

Thomas von 1953international erklärt: „Wir als antirassistische Faninitiative möchten die Begeisterung und Faszination, die von Dynamo Dresden ausgeht auch Menschen näher bringen, die sonst vielleicht nicht die Möglichkeit haben ins Dynamo-Stadion zu gehen. Das fängt bei den finanziellen Hürden eines Spielbesuches an, geht über die rechtlichen Hindernisse der Residenzpflicht, bis hin zu Akzeptanzproblemen bspw. durch den Stadioneinlass oder auch anderer Besucher_innen. Nicht zuletzt wollen wir den Leuten einfach eine kulturelle und sportliche Abwechslung zum Alltag im Asylheim geben. Man lernt sich kennen, findet vielleicht Kontakt zu alteingesessenen Fans oder lädt sich gegenseitig zum Bebbelchen ein.“

Für 1953international und die AG Asylsuchende ist das gemeinsame Projekt wichtig, um in der Dynamo-Kurve Fans mit der Lebenswelt von Flüchtlingen in Sachsen vertraut zu machen. Und damit auch Vorurteile abzubauen. In Gesprächen während der Halbzeit kommen immer wieder Dresdner Fans auf die Gäste zu – und so mit der Lebenswelt der Flüchtlinge in Kontakt. Finanziert wird das Projekt mit dem Erlös aus der Versteigerung von Sondertrikots. Die Trikots mit der Aufschrift „Love Dynamo – Hate Racism“ hatten die Spieler beim Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig im Oktober 2012 getragen.

Nach Ostern hatte auch die Dynamo-Fußballschule vier Flüchtlingskinder zum Besuch eines Trainingscamps eingeladen. Beim Spiel gegen Paderborn liefen diese Kinder nun mit der Dresdner Mannschaft ein. Im kommenden Spiel gegen Regensburg zum Abschluss der Saison wird wieder eine Gruppe Flüchtlinge mit zum Spiel gehen, danach ist Sommerpause. Aber im Juli plant 1953international beim jährlichen Antira-Cup des AKuBiZ e.V. in Lohmen ein Wiedertreffen mit den Asylsuchenden. Dieses Mal, um gemeinsam Fußball zu spielen. Auch die AG Asylsuchende wird wie jedes Jahr präsent sein und Flüchtlingen aus Pirna, Schmiedeberg und Langburkersdorf die Teilnahme ermöglichen.